Antrag auf das Europäische Zertifikat für Psychotherapie (ECP)

1. Allgemeine Infos zur Beantragung des European Certificate of Psychotherapy (ECP)

PDF ECP-Info
1.1. Was ist das ECP?
Das ECP ist das European Certificate for Psychotherapy der European Association for Psychotherapy (EAP). Es wird vom EAP vergeben. Der NAO ist die National Awarding Organisation für das ECP der EAP. Für Deutschland ist das der DVP e.V. ECP-Unterlagen werden zuerst von uns als zuständigem NAO geprüft und dann von der interantional zusammengesetzten Kommission der EAP. Deshalb müssen alle Unterlagen in Englischer Sprache verfasst sein.
1.2. Welche Unterlagen sind für die Beantragung des ECP erforderlich

Einzureichende Unterlagen sind:
     1. EWAO und NAO Formblatt für das ECP
     2.
Practitioner Registration Form (PRF) für das ECP
     3. CV according to the structure for ECP application

1.3. Wie läuft das Beantragungsverfahren?
Das ECP muss beim DVP beantragt werden, wenn es nicht direkt über ein beim EAP anerkanntes Ausbildungsinstitut ("direct award") erworben wird.
Bewerber/-innen bewerben sich entweder als ECP-Therapeut in ein einzelnen Verfahren oder können seit Februar 2014 ebenfalls den multimodalen Ansatz (mehrere Verfahren kombiniert) angeben.
Für beim EAP anerkannte Modalitäten ist vorgesehen, dass der entsprechende europäische Verband (European wide Accrediting Organisaton = EWAO) eine Einschätzung zur Qualität der Ausbildung gibt, bevor der Antrag vom DVP bearbeitet und beim EAP eingereicht wird. Für andere Methoden und den multimodalen Ansatz entscheidet der DVP direkt über das Einreichen des Antrags.
1.4. Für welche Bewerber/-innen ist der DVP bei Beantragung zuständig?
Der DVP ist für in Deutschland psychotherapeutisch Tätige zuständig; die Nationalität ist dabei nicht relevant. Deutsche, die in anderen Ländern tätig sind, wenden sich bitte an die dortige NAO (National Awarding Organisation).
1.5. Welche Voraussetzungen müssen Bewerber/-innen erfüllen?
  • Wenn die psychotherapeutische Tätigkeit als Selbständigkeit erfolgt (also nicht angestellt), muss mindestens eine Heilerlaubnis in Form des Heilpraktikers für Psychotherapie bzw. die Approbation als Psychologische/-r Psychotherapeut/-in oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/-in vorliegen.
  • Sie sollten außerdem entweder Mitglied im DVP oder in einem anderen Mitgliedsverband des DVP bzw. auf europäischer Ebene eines Mitgliedsverbands des EAP.
1.6. Welche Kriterien müssen erfüllt werden?
a) Für die Erteilung des ECP als Therapeut/-in eines vom EAP anerkannten Verfahrens:

Das ECP-Dokument sieht vor, dass künftige ECP-Inhaber vor dem Eintritt in die spezifische 4-jährige Ausbildung in der Psychotherapie eine erforderliche Hochschul- oder gleichwertige Ausbildung in den Human- oder Sozialwissenschaften (mindestens 3 Jahre Studium oder gleichwertige Berufserfahrung) abgeschlossen haben sollten.

Die gesamte Ausbildung muss 7 Jahre umfassen, davon 3 als Studium an einer Hochschuleinrichtung (oder gleichwertige Berufserfahrung), 4 als psychotherapeutische Ausbildung nach dem Studium, und insgesamt 3200 Stunden umfassen. In der psychotherapeutischen Ausbildung sollen enthalten sein:
- 250 Stunden Selbsterfahrung 
- Theorie über Ansätze, Methodologie, Diagnostik von Psychotherapie, Psychopathologie, Verständnis von Verfahren der Psychotherapie, Theorien der Veränderung und kulturelle/soziale Faktoren- mindestens 2 Jahre psychotherapeutische Behandlungen unter Supervision
- praktische Erfahrung in einer Einrichtung zur Behandlung von psychischen Erkrankungen
Wenn das Ausbildungsinstitut nicht vom EAP zertifiziert ist, kann das ECP erst nach 3 Jahren Praxis erteilt werden.

Das Dokument mit den Informationen findet man unter http://www.europsyche.org/contents/13100/ecp-document-important-information-for-ecp-european-certificate-of-psychotherapy-application

b) Für Erteilung des ECP nach multimodalem Ansatz:
Wenn Therapeut/-innen mehrere Ausbildungen absolviert haben, bietet sich diese Möglichkeit zunächst bis auf Weiteres an. Diese Regelung gilt so lange, bis sie widerrufen wird.
Die psychotherapeutische Ausbildung muss 4 Jahre dauern und mindestens 1400 Stunden umfassen. Davon müssen mindestens
- 250 Stunden Selbsterfahrung
- 500 - 800 Stunden Theorie
- 300 Stunden eigene psychotherapeutische Behandlungen unter Supervision
- 150 Stunden Supervision
- 3 Jahre Berufserfahrung nach Abschluss der Therapieausbildung
Von den 1400 Stunden müssen mindestens 2/3 in von der EAP anerkannten Verfahren absolviert werden. 1/3 muss zusammenhängend in einem anerkannten Verfahren absolviert werden.
Anerkannte Verfahren werden in folgendem Link aufgeführt: http://www.europsyche.org/contents/13504/description-of-modalities

Den Originalbeschluss findet man unter: http://www.europsyche.org/contents/14314/guidelines-for-multimodal-approach-requirements-to-be-accepted-in-gap-grandparenting-advisory-panel-

1.7. Mit welcher Bearbeitungszeit ist zu rechnen?

Da über die Anträge momentan noch lediglich während der Sitzungen des EAP, die drei Mal im Jahr statt finden, entschieden wird, ist mehreren Monaten Wartezeit zu rechnen. Der DVP setzt sich hier jedoch für eine flexiblere Bearbeitung ein.

1.8. Erfüllt man als Psychologischer Psychotherapeut bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut automatisch die Kriterien für das ECP?
Leider nein, da das ECP 250 Stunden Selbsterfahrung (statt den 120 in der deutschen Ausbildung) erfordert. Vor allem in den psychoanalytischen Verfahren werden jedoch auch mehr als die 120 geforderten Stunden absolviert, so dass bei 250 Stunden alle anderen Kriterien erfüllt sind. Das ECP wird als von nationalen Gesetzen unabhängiges Qualitätsmerkmal gesehen.
1.9. Gibt es ein beschleunigtes Beantragungsverfahren für Therapeut/-innen, die bereits ein Zertifikat eines europäischen Mitgliedsverbandes des EAP haben?
Leider nein, es wird jeder Bewerber einzeln geprüft.

2. EWAO und NAO Formblatt für das ECP

PDFEWAO/NAO Vordruck
2.1. Was ist ein NAO?
Der NAO ist die National Awarding Organisation für das ECP der EAP. Für Deutschland ist das der DVP e.V.
2.2 Was ist ein EWAO?
Ein EWAO ist die Europaweite Vereinigung einer Psychtherapierichtung. Sie ist mit zuständig wenn der ECP-Antrag in der Psychotherapierichtung dieses EWAOs gestellt wird.
Alle EWAOs im EAP finden Sie hier.
2.3 Muss ich alle 3 Kästen in dem Formularblatt ausfüllen?
Nein. Bitte füllen Sie nur die erste oberste Tabelle in Englischer Sprache aus. Die anderen beiden Tabellen im Dokument füllen wir aus.

3. Practitioner Registration Form (PRF) für das ECP

PDFPractitioner Registration Form (PRF)
3.1. Kann ich das Dokument auch in Deutsch ausfüllen?
Nein. Die PRF muss in Englisch ausgefüllt werden, da die Kommission der EAP, die den Antrag bei den EAP-Treffen begutachtet, sich aus Mitgliedern aus ganz Europa zusammen setzt.

4. CV structure for ECP application by Grandparenting

PDFCV structure Vordruck
4.1. Kann ich das Dokument auch in Deutsch ausfüllen?
Nein. Die CV muss in Englisch ausgefüllt werden, da die Kommission der EAP, die den Antrag bei den EAP-Treffen begutachtet, sich aus Mitgliedern aus ganz Europa zusammen setzt.

Die Kostensätze für ECP Antragsteller

  • DVP Mitglieder zahlen 300 €.
  • Nicht Mitglieder, deren Verband im DVP vertreten ist 400 €.
  • Eine Gebühr von 75 € ist für individuelle Beratung und Überprüfung der Unterlagen zu zahlen.

Sollte ein Antrag negativ entschieden werden, behält der DVP die 75 € Bearbeitungsgebühren ein. Es entstehen keine weiteren Kosten.

European Journal for Qualitative Research in Psychotherapy

Von der offiziellen EAP Webseite, können Sie sich das “European Journal for Qualitative Research in Psychotherapy” Info kostenlos herunter laden.

Link: www.eurocps.eu/researchjournal

Kommission zum ECP

Auf Grundlage der sogenannten Straßburger Deklaration (www.europsyche.org) hat sich die EAP in Zusammenarbeit mit den Umbrellaorganisationen (z. B. DVP in der BRD) zum Ziel

gesetzt, hohe und vielfältige Ausbildungsstandards und die professionellen Kompetenzen aller psychotherapeutisch Tätigen zu fördern. Wichtig erscheint uns dabei vor allen Dingen die Methodenvielfalt (u.a. humanistische Ansätze, wie z. B. der salutogenetische Fokus, Konzept der Entstehung von Gesundheit/Antonovsky) zu unterstützen und ein ausgewogenes Angebot für Hilfesuchende Menschen in Deutschland zu implementieren. Das Europäische Zertifikat für Psychotherapie, das Mindeststandards für die Ausbildung von psychotherapeutisch Tätigen (Psychologische Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Ärzte) festlegt, wird bei der DVP beantragt. Der DVP überprüft die Unterlagen und reicht diese an den European Association for Psychotherapy (EAP) weiter. Jeder Antrag wird Individuell begutachtet und beschieden.

Für die Erteilung des ECP werden hohe Mindeststandards vorausgesetzt. Jeder der diese Standards erfüllt, egal ob Arzt, PPler oder Heilpraktiker mit therapeutischer Zusatzausbildung, kann das Zertifikat erlangen.

Ziel des DVP ist es, das ECP in Deutschland weiter zu verbreiten und eine berufspolitische Anerkennung in Deutschland zu erlangen. Dafür haben wir eine Kommission gegründet. Es sollen Texte für die praktische Arbeit, Weiterbildung und Politik erarbeitet werden.

Jeder ist herzlich eingeladen sich daran zu beteiligen.

Dazu wenden Sie sich bitte an: