2022 Hilfsaktion Ukraine

 

(Trauma-)Therapeutische Hilfe für Flüchtende aus der Ukraine

 

Montag, 28. Februar 2022

 

Im Rahmen der humanitären Hilfe für die Ukraine möchten auch wir -dabei federführend unsere Vorstandskollegin Ewa Budna- unseren Beitrag leisten.

 

Für unsere Hilfsaktion "(Trauma-)therapeutische Hilfe für Flüchtende aus der Ukraine" suchen wir noch 4-5 Kolleginnen und Kollegen, die sich für etwa 14 Tage frei machen können, um an der Grenze Polen/Ukraine mit geflüchteten Frauen/Müttern und ihren Kindern stabilisierend zu arbeiten.

 

Für dieses niederschwellige Angebot sind keine besonderen traumatherapeutischen Kenntnisse erforderlich, lediglich ein therapeutisch/beratender beruflicher Hintergrund wäre nachzuweisen.

 

Die Hilfe wird im Grenzort Medyka/Polen stattfinden. Termin für die Abreise soll der 11.03.2022 sein. Die Unterbringung findet in Wohnmobilen statt. Finanziell wird diese Aktion von Sponsoren getragen. Interessierte Helfer*innen müssten also nur sich selbst und ihre freie Zeit mitbringen. Dolmetscher werden vor Ort übersetzen. Die Kollegin Ewa Budna wird ebenfalls vor Ort sein und die Hilfe koordinieren.

 

Bei Interesse oder offenen Fragen senden Sie eine Mail an: office@dvp-ev.de

 

Sollten Sie das Hilfsprojekt finanziell unterstützen wollen, so spenden Sie gerne, auch die kleinsten Beträge, auf folgendes Konto: Deutscher Dachverband für Psychotherapie (DVP) e.V., Berliner Sparkasse, IBAN: DE51 1005 0000 0190 2742 39, Verwendungszweck: Medyka 2022. Ihre Hilfe kommt uneingeschränkt den Flüchtenden zugute. Auf Wunsch stellen wir selbstverständlich eine Spendenquittung aus.

 

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Donnerstag, 03. März 2022

Mit überwältigender Zusprache hat heute Abend das erste Koorinationstreffen mit allen Interessierten Kolleginnen und Kollegen stattgefunden. Über 40 hoch motivierte und gut ausgebildete Kolleginnen und Kollegen haben teilgenommen. Darunter muttersprachliche und bereits aus anderen Krisengebieten erfahrene Therapeutinnen und Therapeuten. Ebenso hat es erfolgreiche Gespräche mit Sponsoren gegeben.

So konnten die ersten Weichen für zwei Wochen Hilfe vor Ort gestellt werden. Eine weitere Woche wird folgen.

 

Momentaufnahme von der ersten Infoveranstaltung. © DVP e.V.

Montag, 07. März 2022

Mittlerweile hat es ein zweites Zoommeeting der mitreisenden Kolleginnen und Kollgen gegeben und die ersten beiden Wochen konnten personell gut geplant werden. Die Wohnmobile sind ebenfalls gebucht und der Standort in Medyka wird ein überwachter Campingplatz, unweit des Einsatzortes sein. Auch die Beschriftung für die Wohnmobile sowie Einsatzwesten konnten kurzfristig geliefert werden. Ebenso eine Handvoll Buttons. Die meiste Organisation findet wie immer "auf den letzten Metern" statt. Am kommenden Samstag werden sich die Wohnmobile in Richtung Polen aufmachen.

Unser ausdrücklicher Dank gilt unserem aktuellen Hauptsponsor, dem Rotary Club Meinerzhagen.

Mittwoch, 09. März 2022

Wir haben die 10.000 € Grenze alleine durch -insbesondere kleinere- Einzelspenden geschafft. Vielen herzlichen Dank an alle Menschen im Land, die das bisher möglich gemacht haben.

Auch die Presse ist aktiv. Mittlerweile sind Artikel in der Meinerzhagener Zeitung sowie in der Rhein-Neckar-Zeitung erschienen. Zusätzlich ist ein Interview im WDR Rundfunk gesendet worden. Das WDR Fernsehen wird das Bestücken der Wohnmobile am Freitag in der Lokalzeit senden und die ARD hat angekündigt, mit einem Kamerateam vor Ort die Hilfsaktion für ein paar Tage zu begleiten. Der Beitrag werde im Morgenmagazin gesendet.

Freitag, 11. März 2022

Die Wohnmobile sind mit notwendigen Lebensmitteln sowie anderen Materialien beladen und wurden von vielen interessierten Menschen verabschiedet. Auch das Kamerateam des WDR war anwesend. Der Beitrag wird vermutlich kommenden Montag in der Lokalzeit ausgestrahlt. Morgen früh geht es los in Richtung Polen.

 

Sonntag, 13. März 2022

Mittlerweile steuern die Kolleginnen und Kollegen auf den Einsatzort an der polisch/ukrainischen Grenze zu und werden gegen den späteren Abend dort eintreffen. Unterwegs hat sich der "Konvoi" erweitet, so sind beispielsweise in Dresden einige Kolleg*innen dazugestoßen. Am Abend wird es ein Briefing mit den polnischen Behörden geben und die Helfer müssen registriert werden.

  

Dienstag, 15. März 2022

Die Helferinnen und Helfer koordinieren aktuell die Hilfe vor Ort. Tastächlich gestalten sich die Interventionen ob der örtlichen Gegebenheiten und des Zustandes der geflüchteten Menschen eher schwierig. Zu den traumazentrierten Angeboten übernehmen die Kolleginnen und Kollegen auch andere Aufgaben, wie das Herrichten von Räumen für die ankommenden Menschen. In Supervisions- und Teamgesprächen werden die belastenden Eindrücke miteinander verarbeitet. Ein spanisches Hilfsteam versorgt die Menschen mit Paella.

   

 Mittwoch, 16. März 2022

In aller Frühe geht auf an die Einsatzorte und am späten Abend zurück zu den Wohnmobilen. Da die Einsatzorte etwas zerstreut im Stadtgebiet liegen, muss mitunter ein Taxi her. Die Kolleg*innen nutzen die Fahrt dann zu einem Gespräch mit der/dem Fahrer*in, um Stimmungsbilder einzufangen.

 

Donnerstag, 17. März 2022

Hin und wieder führt der Einsatz auch direkt an die Grenze. Dort gibt es eine erste Orientierung für die Ankommenden und bei Bedarf ein Gespräch. Wenn keine Dolmetscher anwesend sind, dann übernehmen den Job gerne ältere Jugendliche, die damit etwas zurückgeben können.

 

Sonntag, 20. März 2022

Zwischenzeitlich haben die Kolleginnen und kollegen einen Informationstand eingerichtet, der von den geflüchteten Müttern prokativ aufgesucht werden kann.

Aber auch Kinder besuchen den Stand. Hier eine Situation, wie sie sich kürzlich zugetragen hat:

Als Mascha (8 Jahre?) das erste Mal zu unserem Stand kam, nahm sie sich eine kleine Tüte Gummibärchen. Beim zweiten Mal brachte sie andere Kinder mit und verteilte an sie die Tütchen, sie umarmte mich, sagte "thank you" und war weg. Beim dritten Mal nahm sie ein paar Tüten und verteilte sie an die Freiwilligen. Sie umarmte Marco und mich und sagte: "Ich liebe dieses Land". Sie strahlte über das ganze Gesicht und sagte, "ich verteile jetzt langsamer".  Morgen fährt sie mit ihrer Mutter weiter, sie weiß aber nicht wohin.

 

Mittwoch, 23.03.2022

Über das Wochenende haben fast alle Kolleginnen und Kollegen mit einer Magen-Darm-Infektion in den Wohnmobilen bleiben müssen. Nun sind alle wieder fit. Mittlerweile sind zwei Kolleginnen aus Wien wieder abgereist und zwei "neue" aus Karlsruhe angereist. Hier heisst es nun schnellstmöglich mit den Gegebenheiten vertraut machen und einarbeiten.